schan-dev: Ermittlungen der Staatsanwaltschaft

Helmut Hullen HHullen_BS at t-online.de
Mon Jul 28 21:59:00 CEST 2003


Hallo, Hans-Dietrich,

Du meintest am 28.07.03 zum Thema Re: schan-dev: Ermittlungen der Staatsanwaltschaft:

>> Wenn ein unterrichtender Kollege seiner Aufsichtspflicht nicht
>> nachkommt, ist das nicht unbedingt mein Bier.

> und genau das ist das Problem. Wenn er seiner Aufsichtspflicht
> nachkommen kann bzw. könnte, dann ist es nicht mehr dein Bier.
> Aber wenn du ihm ein System in die hand gegeben hast, wo ihm eine
> wirksame Aufsicht gar nicht möglich ist bzw. ihn völlig
> überfordert, dann ist es dein Bier, denn du hast das System zur
> Verfügung gestellt.

Es ist nicht meine Aufgabe, ihm ein solches System zur Verfügung zu  
stellen. Ich bin im Haupteberuf Lehrer, und zu meinen  
Unterrichtsfächern gehört nicht "Administration eines Servers".

Wenn "die Schule" einen Administrator haben will, der solche Werkzeuge  
bereitstellt, dann hat sie mehr Geld auszugeben.

Ich vermag immer noch nicht einzusehen, wieso ich meine Freizeit  
unentgeltlich dafür vergeuden soll, dass Schüler private Mail über die  
Schulrechner abwickeln.


>> Klar - ich könnte versuchen, ihm weitere Logdateien
>> zurechtzuschneidern. Aber dort steht bestenfalls, dass vielleicht
>> ein Kind in den Brunnen gefallen sein könnte.

> es könnte genauso gut die bekanntesten Webmailer (per Squidguard)
> gesperrt werden.

Das läuft mal wieder auf "Hase und Igel" hinaus. Ich kann meine  
Freizeit besser nutzen.


> Vorsorge ist es auf jeden Fall und wer jetzt noch
> dieses System umgeht handelt vorsätzlich und hat als Schüler jetzt
> die Beweislast.

Ja und?
Welche rechtlichen Konsequenzen hätte ein Verstoss?
Da investiere ich keine 10 Minuten - einen Rechtsstreit auf diesem  
Gebiet wird die Schule sehr wahrscheinlich verlieren.

>> Bei Webmail: bestenfalls Vernachlässigung der Aufsichtspflicht.

> s.o. es ist auch ein Problem, das du ein ungeeignetes System
> bereitgestellt hast.

Mit einer solchen Feststellung hätte ich erst recht kein Problem - ich  
würde den Schlüssel für den Rechnerraum sowie die Passwörter beim  
Schulleiter abgeben, Fertig.

>>> Das wäre ungefähr so, als ob eine Autofirma ein Auto baut,
>>> welches nicht verkehrssicher ist. Sicher, den Unfall baut der
>>> Fahrer, aber die Firma hat bei Lieferung von nicht
>>> verkehrssicheren Fahrzeugen eine Teilschuld.

>> Nein.

> Hast du schon mal was von Rückrufaktionen gehört. meinst du die
> würden das machen, wenn sie nicht in die Verantwortung genommen
> werden könnten?

Dein Beispiel hinkt. Mindestens auf einem Bein.

>>> Der Admin könnte bei Bereitstellung eines nicht ganz
>>> internetsicheren Netzes IMO durchaus auch eine Teilschuld
>>> bekommen.

>> Mag sein - berührt aber nicht dieses Problem.

> nicht nur berührt - es _ist_ das Problem für den Admin.

Der Administrator kann jederzeit den Schlüssel abgeben.

Viele Gruesse!
Helmut